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Prävention psychischer Störungen - Detailansicht


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Grunddaten

Titel Prävention psychischer Störungen Antragsdatum
Titel (englisch) Personenmonate
Laufzeit von 01.01.2011 freigegeben J
Laufzeit bis 31.12.2015 Hyperlink
Bewilligungsdatum Projektart Nationale Forschung
Kostenträgernummer Änderungsdatum 09.01.2012 19:50:07

Inhalt

Beschreibung Die Krankheitslast durch psychische Störungen dominiert das Krankheitsspektrum in immer stärkerem Ausmaß. Bezüglich der Arbeitsunfähigkeit zeigt sich ein in der Analyse von AOK-Daten ein massiver Anstieg des Gesamtanteils der Arbeitsunfähigkeitstage von 4,4% im Jahre 1994 auf 9,3% im Jahre 2010, verbunden mit entsprechenden Steigerungen damit verbundener direkter und indirekter Krankheitskosten.
Dramatischer stellen sich die Zahlen für stationäre Behandlungen dar. Unter den stärksten Verursachern von Krankenhausbehandlungen belegen die Diagnosen Depression, Schizophrenie und Alkoholabhängigkeit mittlerweile die Plätze eins, zwei und fünf, dies ebenfalls mit massiven Steigerungsraten über die letzten Jahre. Am dramatischsten – insbesondere in Anbetracht der mit der demografischen Entwicklung verbundenen Herausforderungen für unsere Arbeitswelt – fallen jedoch die Entwicklungen bzgl. der Frühberentungen ins Auge. Im Jahre 2010 ging bei Frauen ziemlich genau jedes zweite durch Frühberentung verlorene Lebensjahr bei Frauen durch Erkrankungen der ICD-10-Hauptgruppe F verloren. Doch auch bei Männern liegt der Anteil mit über 40% mittlerweile weit vor anderen ICD-10-Hauptgruppen.
Bei näherer Betrachtung der F-Gruppe der psychischen Störungen zeigt sich für 2010 ein deutliches Überwiegen speziell vierer Diagnose-Gruppen, nämlich durch psychotrope Substanzen ausgelöster Störungen (F1), Schizophrenie (F2), affektiver Störungen (F3) sowie sogenannter neurotischer Störungen, Belastungsstörungen und Somatisierungsstörungen (F4). Die Stärke der Diagnosegruppen variiert abhängig vom Geschlecht, jedoch zeigt sich für beide Geschlechter eine klare Dominanz der Gruppe F3, d.h. der durch die Depressionen dominierten affektiven Störungen.
Bestenfalls als schwacher Trost erscheint dabei, dass wir mit diesem Problem weltweit nicht allein sind. Depressionen werden nach Schätzungen der WHO bis zum Jahr 2030 die höchste Krankheitslast weltweit durch verlorene Lebensjahre (Disability Adjusted Life Years, DALYs) verursachen. In Hocheinkommensländern verursachten unipolare Depressionen schon 2004 die mit großem Abstand die höchste Zahl an durch Beeinträchtigung verlorenen Lebensjahren (Years Lost to Disablity). In Anbetracht der der sich verschärfenden Problematik wurde im Jahre 2006 „Depressive Erkrankungen: verhindern, früh erkennen, nachhaltig behandeln“ als eines von bisher nur drei bundesweit konsentierten krankheitsbezogenen Gesundheitszielen verabschiedet.
Die Determinanten psychischer Störungen, speziell der Depression, liegen weiterhin weitgehend im Dunkeln. Allerdings zeigen internationale Häufigkeitsvergleiche extreme 12-Monats-Prävalenzunterschiede von 2,2% in Japan bis 10,4% in Brasilien. Dies spricht für die Prävenierbarkeit von depressiven Störungen sowie für eine Abhängigkeit von gesellschaftlichen Faktoren.
Neurophysiologisch sind die chronische Überaktivierung der HPA-Achse und die damit verbundene allostatische Überlast hauptverantwortlich. Die HPA-Achse wird speziell durch soziale Situationen aktiviert, die durch Konkurrenz (Kompetition) oder Gruppenausschluss (Ostrazismus) geprägt sind. Ein hoher Grad an Wettbewerb sowie ein eher hierarchisch geprägtes Selbstverständnis werden entsprechend als wesentliche gesellschaftliche Risikofaktoren für verschiedene prävenierbare Volkskrankheiten betrachtet.

Das Projekt befasst sich mit der epidemiologischen Analyse wesentlicher Krankheitsdeterminanten depressiver Störungen sowie mit bisher nicht ausgeschöpften präventiven und gesundheitsförderlichen Potentialen. Konzeptionell bieten sich hierfür v.a. Handlungsansätze im Setting als kleiner gesellschaftlicher Einheit an.

Zuordnung zu Einrichtungen

Institut für Angewandte Forschung (IAF)

Autoren/Betreuer (intern)

Szagun, Bertram, Professor Dr. med.   (Leitung)   

Strukturbaum
Das Projekt wurde 1 mal gefunden: